Das Departement Chirurgie
wurde 1969 durch Professor Martin Allgöwer (1917 bis 2007) gegründet. Martin Allgöwer war als Nachfolger von Rudolf Nissen der Ordinarius für Chirurgie an der Universität Basel. Als Mitbegründer der ist AO hatte er einen weltweiten Ruf erlangt. Martin Allgöwer vereinte die Eigenschaften eines guten Chirurgen mit Empathie gegenüber seinen Patienten und der Bereitschaft zum uneingeschränkten Einsatz.
Die Ausgeglichenheit und Besonnenheit in Stresssituationen entsprechend der aequanimitas nach William Osler zeichnete seinen Charakter aus. Er erkannte früh, dass es im Fachgebiet Chirurgie zu einer weitergehenden Spezialisierung und Separierungtendenzen der heute verschiedenen chirurgischen Disziplinen kommen wird, weswegen er 1997 aus privaten Mitteln das Departement Chirurgie zur Förderung der Wissenschaft in den chirurgischen Fachgebieten gründete. Das Departement sollte weiterhin zur Unterstützung der Chirurgischen Weiter- und Fortbildung sowie zum Schutz des Berufsstandes der Chirurgen dienen.
Die Stiftung
Sein Nachfolger Professor Felix Harder gründete 1992 zusammen mit Professor Georg Rutishauser die Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Ausbildung an der Chirurgischen Klinik der Universität Basel. In seiner Ära wurde die onkologisch-chirurgische Forschung in Zusammenarbeit mit Professor Michael Heberer etabliert. Im ajhr 2001 wurde Institut für chirurgische Forschung und Spitalmanagement unter der Elitung von Michael heberer gegründet. Felix Harder verfolgte das Konzept des Wissenschaftlers und Chirurgen, mit experimentellen und translationalen Projekten im Bereich der Tumor-Immunologie mit sehr innovativen Ansätzen.
Parallel wurde ein damals hochaktuelles Forschungsprojekt für orthopädische Allo-Transplantationen entwickelt. Ab 2000 wurde Forschungsgruppe Tissue Engineering unter Leitung von Professor Ivan Martin, der vom MIT in Boston nach Basel geholt werden konnte. Zelluläre Therapie-Ansätze entsprechend dem fakultären Forschungsschwerpunkt zur Gewebezüchtung, Angiogenese und Nervenregeneration wurden entwickelt. Im ICFS konnte wurde zudem eine Forschungsgruppe Spital-Management unter der Leitung von Professor Heberer etabliert.
Solidargemeinschaft
2002 übernahm Professor Daniel Oertli den Lehrstuhl für Chirurgie an der Universität Basel und formte das Departement Chirurgie zu einer freiwilligen Interessensgemeinschaft aller chirurgisch Tätigen als Netzwerk des USB, UKBB, KSBL und KSA um. Das Departement Chirurgie wurde zu einer Solidargemeinschaft freundschaftlich verbundener Chirurgen aller fächer, die durch gemeinsamen Beschlüssen im Konsens die Forschung und Wissenschaft sowie Weiterbildung in den chirurgischen Fächern förderte. Das sehr erfolgreiche interdisziplinäre und kooperative Konzept in der translationalen Forschung hat die Grundlage für viele akademische Laufbahnen von Chirurginnen und Chirurgen in Basel gelegt und ist häufig kopiert worden. Durch Fokussierung und Kooperation konnten erfolgreiche Projekte umgesetzt werden und Innovation galt als Markenzeichen der chirurgischen Forschung.
Heute fördert das Departement Chirurgie Forschungsprojekte im DBM (Departement Biomedizin) im Bereich der zellulären Therapien und onkologischen Forschung durch interprofessionelle Plattformen sowie technologische Projekte im DBE (Departement Bioengineering) und DKF (Departement Klinische Forschung). Im Jahr 2023 wurde das chirurgische Outcome Forschungszentrum SORC (Surgical Outcome Research Center) gemeinsam mit der Stiftung SORB gegründet. Dies ist der Grundstein zur Outcome chirurgischen Outcome Forschung mit prospektive Datenbanken und Kohorten in allen chirurgischen Fächern.
Wissenschaftspreise
Daneben unterstützt das Departement junge Chirurginnen und Chirurgen für auswärtige Arbeits- und Studienaufenthalte mit einem Martin Allgöwer Stipendium. Jährlich werden 2 Wissenschaftspreise für die beste klinische Publikation und Veröffentlichung eines experimentellen Projektes vergeben. Die Preise werden zu Ehren des früheren Departementsmitgliedes und Orthopäden PD Dirk Schäfer vergeben (siehe DS-Wissenschaftspreis unten).
Die Ziele des Departements Chirurgie sind heute angesichts der enormen ökonomischen Herausforderungen und stetigem Wandel in der Medizin, junge chirurgische Talente zu unterstützen und auf allen Ebenen zu fördern, um auch in der zukunft eine hervorragende operative Versorgung sicherstellen zu können. Durch Innovation soll die Entwicklung der einzelnen Fachgebiete weiter vorangebracht werden. Dabei wird ein gezielt transnationaler Forschungsansatz zum Wohle unsere Patienten verfolgt. Es sollen wissenschaftliche Chirurgen nach den Vorbildern von Allgöwer und Harder mit hoher technischer Kompetenz, klinische Engagement, Empathie und Fähigkeit zur kollegialen Kooperation ausgebildet werden. Das Departement Chirurgie zeichnet sich dabei durch seinen interdisziplinären interprofessionellen und interinstitutionellen Ansatz an der Universität Basel aus.